Liebe Leserinnen und Leser, liebes Publikum der Theatergruppe.
Diese Jubiläumszahl ist etwas Besonderes, etwas Feierliches. Doch es wurden schon viele Artikel darüber geschrieben, was eine
Theatergruppe im Laufe der Jahre verbraucht.
Auch über diverse Pannen und Texthänger gab es schon viel zu erzählen und zu lachen.
Es stellt sich also die Frage, wie ich Ihnen 25 Jahre Theater näher bringen kann… Fangen wir mit
den Menschen an, die das Theater ausmachen:
Wussten Sie, dass in den 32 Produktionen der letzten 25 Jahre 70 Darsteller mitgespielt haben? 70 Kinder und Jugendliche,
Männer und Frauen – denn seitdem sind ja auch die Jahre ins Land gezogen. In dieser Saison besteht die Theatergruppe aus 11
aktiven Mitgliedern, die in Schauspiel und Regie ihren Mann bzw. ihre Frau stehen. Im Laufe der Jahre erweiterte sich die ART
um eine ausgefeilte Licht- und Tontechnik und um eine leckere und kreative Cafeteria. Diese fleißigen Hände und Köpfe runden
das Gesamtbild der ART ab.
Kennen Sie eigentlich unsere Aufführungsorte?
Theater mal woanders:
Marthahaus der Marthastiftung: die ersten Jahre hatte die Theatergruppe hier einen zusätzlichen Aufführungsort,
in einer Ecke im Speisesaal, bei Kuchen, Kerzenlicht und Lautsprechern.
Kirchengemeinde in Bergedorf: die Kulissen wurden in einem Kleintransporter mitgenommen.
Paulus Gemeinde in Hamm: jahrelang ein fester Auswärtsaufführungsort.
Logenhaus: die Lessinggesellschaft lud uns ein mit unserem Stück „Nathan der Weise“.
Petri Gemeinde: eine öffentliche Probe bat Gäste zu einer anschließenden Diskussion.
Poppenbüttel: hier führten wir Sketche zum Pastorenjubiläum auf.
Rahlstedt Center: Theater zwischen Weinbar, Reisebüro und Boutique.
Theaterfahrten? Was ist das überhaupt und welchen Nutzen haben sie? Nun, mal raus aus Hamburg,
weg von der Bühne und sich mit den Menschen, mit denen man auf der Bühne steht, auseinandersetzen.
Hier werden Szenen intensiv geprobt, wie z.B. die Dachkammerszene zu „Mirandolina“, vermittelt auf dem urigen Dachboden
der Harzhütte oder dunkle Kellerszene aus „Zeit der Schuldlosen“. Der Keller eben dieser Harzhütte lud zum intensiven Proben ein.
Diese Fahrten haben die Theatergruppe in den Jahren weit in Norddeutschland herum gebracht:
Schmalenbek und Großhansdorf
Hoisdorf
der wunderschöne Harz und die Harzhütte
Kappeln an der Schlei! Ein Erlebnis dort zu proben.
Jugendherberge Klingberg, Haus Eichhörnchen, mitten auf einer grünen Wiese - für eine Komödie die richtige Umgebung.
Vielleicht hat dieser kleine Einblick bei dem einen oder anderen ja Erinnerungen geweckt und Sie zum Lächeln gebracht.
Wie Sie sehen, gibt es noch mehr zwischen Bühnenbrettern, Kostümen, Schminke und Text, das unsere Theatergruppe erlebt hat und ausmacht.
Es sind die Begegnungen und das Erlebte, die Erinnerungen und Erfahrungen, die diese 25 Jahre vervollständigen.
Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung mit unserem neuen Stück, das den Grundstein zu weiteren Jahren legen wird.
Kathrin Twachtmann
Interview mit der Leiterin der ART
I.: Wie viele Kinder haben bei den Krippenspielen damals mitgemacht?
L. d. ART: Die Zahl der Kinder bei den Krippenspielen schwankte, je nach dem, ob Herodes mit seinen Schriftgelehrten und Wahrsagern
dabei war oder nicht.
In dem ersten Krippenspiel nach Gründung der Theatergruppe haben 13 Kinder mitgewirkt.
I.: Kennen Sie noch die Namen aller Kinder?
L. d. ART: Ja, und selbst wenn ich einen vergessen würde, könnte ich in dem entsprechenden Ordner nachschauen,
denn es sind noch alle Unterlagen vorhanden.
I.: Wie alt waren die Kinder damals?
L. d. ART: Die Kinder waren im Alter zwischen 9 und 13 Jahren.
Heute sind wir eine Gruppe von Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 56 Jahren.
I.: Haben Sie noch Kontakt zu einigen?
L. d. ART: Ja, mit einer Gründungsdarstellerin bin ich heute noch befreundet und einige Darsteller
der Anfangszeit besuchen noch heute unsere Aufführungen.
I.: Spielen heute noch welche mit, die in den frühen Stücken dabei waren?
L. d. ART: Nein, aus den ersten fünf Jahren ist keiner mehr dabei.
I.: Wie lange sind die jetzigen Mitglieder bei der Truppe?
L. d. ART: In dieser Saison hatten wir zwei Neuaufnahmen und das Mitglied, das am längsten mitspielt,
ist mit Unterbrechungen seit 1992 dabei. Im Schnitt sind es fünf Jahre, die eine/er Darstellerin/er in der Gruppe bleiben.
Jeder kann sich jede Saison neu entscheiden, ob er noch Zeit und Lust hat dabei zu sein.
I.: Welches Stück hat Ihnen selbst bei der Erarbeitung am meisten gefallen.
L. d. ART: Einen absoluten Favoriten gibt es da nicht, aber in der Probenarbeit haben mir drei Stücke besonders gut gefallen:
Nathan der Weise, Maria Stuart und Zeit der Schuldlosen.
I: Wie haben Sie das Kulissenproblem gelöst, als die Aufführungen im Gymnasium Rahlstedt stattfanden?
L. d. ART: Wir haben zweimal im Jahr einen LKW gemietet und unsere Kulissen aus dem Lager im Gemeindehaus geholt und wieder zurückgebracht.
Das war ein Knochenjob, der Zeit, Geld und Nerven gekostet hat, denn Lagerraum konnte uns die Schule nicht zur Verfügung stellen.
I: Haben Sie unter den aufgeführten Stücken ein Lieblingsstück, das Sie gern noch einmal wieder auf die Bühne bringen möchten?
L. d. ART: Nein, alle Stücke, die ich wiederholen wollte, habe ich schon zum zweiten Mal gespielt.
Aber es gibt noch einige, die ich gerne zum ersten Mal spielen würde.
I: Unter welchen Gesichtspunkten suchen Sie die aufzuführenden Stücke aus?
L. d. ART: Es gibt verschiedene Gesichtspunkte, z.B. Klassiker oder Moderne, welches Genre und manchmal auch die Anzahl der Darsteller.
Ich versuche immer Abwechslung zu bringen. Lustige, ernste, traurige und spannende Stücke sollen
sich genauso die Waage halten wie „alte“ und „moderne“ Autoren. Wichtig ist mir dabei immer, dass das Stück auch heute noch
von Bedeutung ist oder sich ein Bezug zur Moderne herstellen lässt oder Themen, die im Stück angesprochen werden,
für die heutige Zeit noch relevant sind.
I: Welche Aufführung ist wohl bei dem Publikum am besten angekommen
L. d. ART: Das ist sehr schwer zu sagen, aber ich denke unsere Inszenierung von „Don Carlos“ im
Schillerjahr ist gut angekommen und ganz besonders die „Nathan“ Inszenierung hat die Menschen angesprochen.
Wir haben eine Einladung der Lessinggesellschaft erhalten, dieses Stück noch einmal aufzuführen, was wir auch taten.
So etwas ist immer ein sicheres Zeichen dafür, dass ein Stück gut angekommen ist. Einen wirklichen “Flopp“ hatten wir in den 25
Jahren jedenfalls nicht.
I.: Sie sagten eben, es gäbe noch Stücke, die Sie gerne spielen möchten. Welche wären das?
L. d. ART: Eine Satire von Ephraim Kishon würde ich gerne spielen, Schillers „Jungfrau von Orleans“ und Grillparzers „Weh dem, der lügt!“
sind Werke, die ich gerne noch inszenieren möchte, aber auch Shakespeares „Viel Lärm um nichts“
oder „Maß für Maß“ und Kleists „Prinz von Homburg“
würden mich reizen, ebenso wie „Figaros Hochzeit“ von Beaumarchais. Wie Sie sehen, könnte ich locker noch weitere fünf bis
zehn Jahre mit meinen Wunschstücken füllen.
I: Gibt es Pläne für die Zukunft der ART?
L. d. ART: Konkrete nur bis zum Ende des Jahres, wie und ob es danach weiter geht ist noch ungewiss.
Darüber möchte ich an dieser Stelle lieber auch nicht spekulieren, aber wenn es nach mir ginge, könnte es die ART noch eine Weile geben.